Turnierregeln

Das Turnier soll der Leistungskontrolle der Trainierenden und dem sportlichen Wettkampf dienen. Oberste Prämisse sind deshalb kollegiales und sportlich-faires Verhalten sowie der Schutz der Gesundheit – sowohl der eigenen als auch der des Turniergegners.

Um diese Ziele umzusetzen wird eine Wertung mit dem Auswertungsprogramm Blackknight vorgenommen, das primär honoriert, wenn ein Fechter keine Treffer erlitten hat und nur sekundär erzielte Treffer wertet. Hierdurch soll eine sichere auf Selbstschutz bedachte Fechtweise gefördert werden. Ferner ermöglicht Blackknight die Auswertung der persönlichen Leistung sowie Stärken und Schwächen.

Um eine möglichst breite Datenbasis und eine dementsprechend valide Auswertung sicherzustellen, wird das Turnier grundsätzlich nicht in einem K.-o.- oder Pool-System ausgeführt. Stattdessen kämpft nacheinander jeder teilnehmende Fechter gegen jeden anderen Teilnehmer.

Unsere Turnierregeln sind von den HALAG-Regeln abgeleitet. Ein Artikel auf Hroarr (englisch) und ein Beitrag im DDHF-Blog erklären die Gründe, aus denen wir diese Regeln verwenden, näher.

  1. Der Gang beginnt mit dem Signal des Kampfrichters.
  2. Der Gang endet, wenn mindestens ein Fechter den Status kampfunfähig hat, was durch den Kampfrichter angezeigt wird. Die Zahl der Gänge pro Gefecht wird in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Zeit und Fläche festgelegt.
  3. Ein Fechter gilt als kampfunfähig, wenn er mindestens einen Treffer der Kategorie 1 oder mindestens zwei Treffer der Kategorie 2 erleidet. Als Treffer der Kategorie 2 gelten solche, die unter historischen Bedingungen mit einem scharfen Schwert an einem Fechter ohne Schutzausrüstung eine behandlungsbedürftige Verletzung verursacht hätten ohne den Kampf direkt zu beenden. Als Treffer der Kategorie 1 gelten solche, die unter historischen Bedingungen mit einem scharfen Schwert an einem Fechter ohne Schutzausrüstung potentiell unmittelbar tödliche Verletzungen bewirkt hätten, insbesondere
    1. Hiebe oder Stiche zur Maske,
    2. Hiebe oder Stiche zum Maskenlatz,
    3. Stiche zur Brust.
  4. Ein Fechter mit einem erlittenen Treffer der Kategorie 1 bzw. zwei erlittenen Treffern der Kategorie 2 kann versuchen, unmittelbar nachdem er zuletzt getroffen wurde, seinem Gegner einen letzten Treffer beizubringen, sofern er den Angriff bereits begonnen hat.
  5. Die Kampfrichter zählen und werten die Treffer, die jeder Fechter erleidet.
  6. Je nachdem, ob man aus dem Kampf ohne erlittenen Treffer mit lediglich einem erlittenen Treffer der Kategorie 2 oder mit einem Treffer der Kategorie 1 bzw. zwei erlittenen Treffern der Kategorie 2 hervorgeht, wird dies in das Auswertungssystem Blackknight eingetragen.

    Die Position in der Rangliste ergibt sich aus der Häufigkeit überstandener Kämpfe. Bei gleicher Häufigkeit entscheidet die Häufigkeit, keinen Treffer der Kategorie 2 erlitten zu haben. Weitere Kriterien sind die Häufigkeiten, dem Gegner einen Treffer der Kategorie 1 bzw. zwei Treffer der Kategorie 2 zuzufügen oder dem Gegner einen Treffer der Kategorie 2 zuzufügen.

  7. Auch im Rahmen des Turniers gilt die Trainingsordnung der Interessengemeinschaft Tremonia Fechten vollumfänglich.
  8. Ebenso wie für die Teilnahme an Sparrings ist auch für Turniere folgender Mindeststandard zwingend vorgeschrieben:
    • Übungsschwert oder Fechtfeder,
    • Fechtmaske mit Hinterkopfschutz,
    • gepolsterte Handschuhe,
    • Halsschutz,
    • für das historische Fechten geeignete Schutzjacke,
    • Tiefschutz,
    • Knie- und Schienbeinschützer,
    • Ellenbogenschützer.