Fechtschule 2017

Tremonia Fechten lädt zur Fechtschule!

Vom 1. bis zum 3. September 2017 findet auf Burg Husen die Fechtschule statt. Wir packen das Wochenende randvoll mit Seminaren rund ums historische Fechten für Interessierte und Könner.

Wo?

Burg HusenBurg Husen, Syburger Dorfstraße 135, 44265 Dortmund. φ = 51° 25′ 8″ N, λ = 7° 30′ 20″ E. Auf dem Gelände der Burg kann gezeltet werden. Bei zu schlechtem Wetter finden die Workshops und Turniere in einer Turnhalle statt.

Wann?

Von Freitag, dem 01.09.2017 ab 17 Uhr bis Sonntag, den 03.09.2017.

Wieviel?

Der Kostenbeitrag incl. Übernachtung im eigenen Zelt und Verpflegung (ohne Getränke) beträgt 40 Euro pro Person. Wer schnell ist, kann vielleicht noch für insgesamt 60 Euro pro Person einen Übernachtungsplatz in der Burg ergattern. Euer Platz ist euch sicher, sobald das Geld auf dem Konto des Schatzmeisters eingegangen ist. Die Kontoverbindung schicken wir euch nach eurer Anmeldung. Beim Schnitttest fallen zusätzliche Kosten von 10 Euro für Schnittgut an, die ihr vor Ort bar begleichen könnt. Wollt ihr an nur einem Tag teilnehmen, kostet das 30 Euro pro Person.

Was?

Minderjährige ab 16 können nur unter Aufsicht eines Erziehungsberechtigten an der Fechtschule teilnehmen. Die Teilnahme an den Turnieren oder an den Schnitttests ist erst ab 18 Jahren gestattet. Für das Turnier mit Stahlwaffen empfehlen wir Ausrüstung nach unseren Standards. Es gelten unsere Turnierregeln. Bei den Schnitttests fallen zusätzliche Kosten von 10 Euro für Schnittgut an.

Freitag
17:00 Anmeldung, Lageraufbau
18:15 Begrüßung der Teilnehmer, danach:
Vortrag „Vom Ritter zum Offizier – Die Veränderung des Kriegswesens im Laufe des Mittelalters“ von Patrick Angelstein (Tremonia Fechten), danach:
Lagerfeuer mit Stockbrot

 

Samstag
09:00 Frühstück
10:00 gemeinsames Aufwärmen
10:30 „Gambetto“, Oliver Janseps (Mispeldorn) „Stich und Stechen“, Djordje Starlatovic (HEMAS Beograd)
12:30 Rittermahl (Stadtwache Bochum)
14:00 „Grundlagen und ausgewählte Kernelemente des spanischen Montante des 16. Jh.“, Jan Gosewinkel (Schwertfechten Nordhessen und Bonner Schule) „Venetian Rapier According to Giganti“, Reinis Rinka (HEMA Riga)
16:00 Fechtschule (Turnier) mit freier Kunststoffwaffenwahl; Preis für den Sieger: ein Paar Sharp Simulators Langes Messer! freies Training, Schnitttests
18:00 großes Grillen

 

Sonntag
09:00 Frühstück
10:00 gemeinsames Aufwärmen
10:30 „Säbel nach Hutton: Ist Angriff die beste Verteidigung?“, Daniel Ciupka (Bellum Nobile) „Messer- und Dolchfechten – Hinter den Quellen“, Daniele Cicero (PSV Oberhausen) und Jan Hoffmann (Tremonia Fechten)
12:30 Essenspause
13:30 Fechtschule (Turnier) mit dem langen Schwert aus Stahl freies Training

 

Wer?

BlackfencerDie Fechtschule wird von Tremonia Fechten veranstaltet und von Blackfencer gesponsert – mit einem Paar (zwei Stück!) Sharp Simulators Langes Messer als Preis für den Sieger des Kunststoff-Turniers.

Schickt eure Anmeldungen mit eurem Namen, ggf. dem Namen eures Vereins und eurem Geburtsdatum an fechtschule@tremonia-fechten.de. Falls ihr versuchen wollt, einen der noch verfügbaren Übernachtungsplätze in der Burg zu bekommen, gebt auch das an. Ihr erfahrt per E-Mail, wohin das Geld überwiesen werden soll.

Patrick Angelstein

Vom Ritter zum Offizier – Die Veränderung des Kriegswesens im Laufe des Mittelalters

Behandelt wird unter anderem das Aufkommen des „modernen“ Ritters und seine Funktion in den Kriegen des 11. und 12. Jahrhunderts. Wie entstand das weitläufig verbreitete Bild des Ritters? Gab es den „romantischen“ Ritter der Literatur wirklich? Wie veränderte sich die Rolle des Ritters ab dem Hundertjährigen Krieg? Wie veränderte sich der Krieg generell zu jener Zeit? Welche technischen Entwicklungen gab es, die den Krieg grundlegend veränderten?

Das Ziel ist es die Sicht auf Kriegführung im Mittelalter, also seine Protagonisten, Technik und andere Faktoren, von der einseitigen Perspektive der Populärmedien zu lösen.

Oliver Janseps

Seit 2004 ist Oliver in den HEMA tätig. 2015 begann er unter Maestro Parodi traditionelle genuesische Methoden zum Kampf und zur Selbstverteidigung zu lernen. Dem Umgang mit Spazierstock und Messer merkt man ihre fechterischen, europäischen Wurzeln genauso an wie den Fuß- und Ringtechniken.

Seit 2017 ist Oliver offizieller Istruttore für das Coltello Genovese (Messer) und darf ebenfalls das Gambetto in kleinem Umfang unterrichten. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine kleine Methode zur waffenlosen Selbstverteidigung, die so wie sie heute noch unterrichtet wird, den modernen Maßstäben für Verhältnismäßigkeit nicht gerecht wird. Dafür bekommt man aber ein Gefühl für andere alte waffenlose Straßensysteme wie z.B. von Paschen, Schmidt oder Petter.

Neben der generellen Vorgehensweise im Gambetto, ist es kein Problem auf Wünsche der Teilnehmer einzugehen, sei es in Richtung von Würfen, Knochen-/Gelenkbrüchen, „Druckpunkten“ etc.

Djordje Starlatovic

“But, before all, know and note that the point of the sword is the center, and it’s also the center and core from which comes all the fencing and all the fencing returns to it!” – Cod. Hs. 3227a, 18v.

The workshop “Stich und Stechen” will cover principles and the mechanics of attack and defense with the point of the longsword – according to the so called “Codex Döbringer” (Ms.3227a) and Sigmund Ringeck’s treatises (MS Dresden C487).

We will systematically go trough the ALL elements and principles of stich und stechen and its practical application, starting with the simple and followed by the more complex historical techniques dedicated to the stab and stabbing.

At the end, we will include some comparative views on the same or similar stabbing techniques from other German treatises which are closely related in origin, such as stabbing techniques from the Goliath Fechtbuch (Ms.Germ.Quart.2020), and Joachim Meyer’s “Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens” from 1570, (MS A.4º.2)

  • This workshop is intended for all – beginners, advanced and instructors!
  • Equipment requirements: Longsword/federschwert, protective mask, protective jacket, vest or plastron, soft leather gloves
  • Language: English/German with historical German terminology

Jan Gosewinkel

Grundlagen und ausgewählte Kernelemente des spanischen Montante des 16. Jh.

Der Bidenhänder, oder wie er in den iberischen Quellen bezeichnet wird, das Montante, ist ein knapp mannshohes Schwert – eine besondere und spezielle Waffe für besondere Personen und spezielle Situationen. Eingesetzt von Trabanten und Leibgarden, aber auch Söldnern und Zivilpersonen, zeichnet es sich durch seine fließenden Bewegungsschleifen im Einsatz gegen eine größere Anzahl an Gegnern auf einmal aus. In der ersten Hälfte des Workshops werden wir uns die Grundlagen der Körpermechanik und Bewegungslogik dieser Waffe erarbeiten. In der zweiten Hälfte steigen wir tiefer in die taktische Anwendung ein. Hier werden wir uns der klassischen Montante-Situation widmen – allein auf freiem Feld umzingelt von einer Vielzahl an Gegnern. Vor diesem taktischen Hintergrund werden wir uns mit Angriffen aus der Drehung und Sprungdrehungen beschäftigen. Freie Übungen, in denen zusätzlich das Bewegen unter taktischen Gesichtspunkten unter der Umzingelung durch die Gegnergruppe geübt wird, runden das Programm ab.

Montantespezifische Vorkenntnisse werden nicht benötigt. Es sollte jedoch bereits ein gewisses Gefühl zur Waffenführung und Körperbeherrschung vorhanden sein.

Benötigt wird ein Montante, bzw. ein Schwert, Waster oder Holzstock von ca. Schulter- bis Scheitelhöhe. Noch wichtiger als die Gesamtlänge ist jedoch, dass der Griff mehr als drei, idealerweise vier bis fünf Handbreit messen sollte. Ein einfacher Holzstock passender Länge ist hier sinnvoller als ein Schwert, dessen Gehilz zu kurz ist. Eine begrenzte Anzahl an Leihwaffen ist vorhanden.

Zur Feinddarstellung bei den halbfreien Übungen ist ein kurzer Holzstock, Dolch, Messer oder anderer kurzer Nichtmetall-Waster hilfreich. Fechtmasken werden nicht benötigt.

Reinis Rinka

Reinis started teaching HEMA at the Academy of Historical Arts in Glasgow, Scotland. He now runs his own club “HEMA Riga” in Latvia.

His workshop will teach early 17th century Venetian Rapier according to Nicoletto Giganti. The workshop will focus on the basics of using the rapier without the dagger, attacking safely and defending in tempo.

Daniel Ciupka

Einsteigerseminar: Ist Angriff die beste Verteidigung?

Hier widmen wir uns dem militärischen Säbelfechten des 19. Jahrhunderts. Der Fokus dieses Workshops liegt auf dem sicheren Fechten aus der Offensive sowie der Defensive heraus.

Nach Einübung der Grundlagen und Bewegungen des Säbelfechtens, behandeln wir die Konzepte des sicheren Angriffs mit Abzug aus dem Gefahrenbereich und des Parierens mit Riposte.

Die Basis für diesen Workshop liefert Alfred Huttons Werk: “Cold steel: A practical treatise on the sabre based on the old English backsword play of the 18th century combined with the method of the modern Italian school”

Benötigte Ausrüstung: Fechtmaske, Einhand-Schwert oder Schwertsimulator (bevorzugt mit ausgeprägten Handschutz (Säbel)) und angemessene Handschuhe.

Daniele Cicero, Jan Hoffmann

Messer- und Dolchfechten – Hinter den Quellen

Dieser Workshop befasst sich mit dem, was eigentlich die Grundlage dafür bildet, den Kampf mit Kurzwaffen in den europäischen Kampfkünsten zu verstehen und zu trainieren. Dass die Quellen sich zumeist stark auf einzelne Techniken konzentrieren, statt zu erklären wie man sie trainieren soll und in welchem Kontext sie stehen, hat oft zur Folge, dass diese ineffizient ausgeführt werden, bzw. dass man auf ernsthafte Angriffe nicht vorbereitet ist.

Wir wollen die Grundlagen des Kampfes mit Kurzwaffen darstellen und anhand ausgewählter Techniken aus dem einzigartig strukturierten Dolchkampfkapitel des italienischen Fechtmeisters Fiore deì Liberi veranschaulichen, wie man Techniken aus historischen Quellen trainiert. Vor allem die Techniken am Anfang des Kapitels sind relativ simpel und leicht zu erlernen, sodass sich für uns die Möglichkeit bietet, stärker auf Grundfragen einzugehen, wie zum Beispiel:

Welchen Prinzipien folgt der Kampf mit Kurzwaffen? Was sind die Ziele der Angriffe? Welche mentale Einstellung liegt zugrunde? Was muss ich bei einer ordentlichen Verteidigung beachten? …

Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger, die die Grundlagen lernen wollen, als auch an erfahrenere Kämpfer, die ihre Trainingsprämissen und -methoden abgleichen und erweitern möchten.

Hä?

Auch eure bisher unbeantworteten Fragen zur Fechtschule richtet ihr am besten an die Zeremonienmeisterin unter fechtschule@tremonia-fechten.de.

Der Flyer als PDF