Fechtschule 2018

Tremonia Fechten lädt zur Fechtschule!

Vom 7. bis zum 9. September 2018 findet auf Burg Husen die Fechtschule statt. Wir packen das Wochenende randvoll mit Seminaren rund ums historische Fechten für Interessierte und Könner.

Wo?

Burg HusenBurg Husen, Syburger Dorfstraße 135, 44265 Dortmund. φ = 51° 25′ 8″ N, λ = 7° 30′ 20″ E. Auf dem Gelände der Burg kann gezeltet werden. Bei zu schlechtem Wetter finden die Workshops und Turniere in einer Turnhalle statt.

Wann?

Von Freitag, dem 07.09.2018 ab 17 Uhr bis Sonntag, den 09.09.2018.

Wieviel?

Der Kostenbeitrag incl. Übernachtung im eigenen Zelt und Verpflegung (ohne Getränke) beträgt 40 Euro pro Person. Wer schnell ist, kann vielleicht noch für insgesamt 60 Euro pro Person einen Übernachtungsplatz in der Burg ergattern. Alle Plätze sind bereits ausgebucht, aber ihr könnt euch auf eine Warteliste setzen lassen für den Fall, dass einer der Plätze wieder frei wird. Euer Platz ist euch sicher, sobald das Geld auf dem Konto des Schatzmeisters eingegangen ist. Die Kontoverbindung schicken wir euch nach eurer Anmeldung. Beim Schnitttest fallen zusätzliche Kosten von 10 Euro für Schnittgut an, die ihr vor Ort bar begleichen könnt. Wollt ihr an nur einem Tag teilnehmen, kostet das 30 Euro pro Person.

Was?

Minderjährige ab 16 können nur unter Aufsicht eines Erziehungsberechtigten an der Fechtschule teilnehmen. Die Teilnahme an den Turnieren oder an den Schnitttests ist erst ab 18 Jahren gestattet. Für das Turnier mit Stahlwaffen empfehlen wir Ausrüstung nach unseren Standards. Es gelten unsere Turnierregeln. Bei den Schnitttests fallen zusätzliche Kosten von 10 Euro für Schnittgut an.

Wer?

BlackfencerDie Fechtschule wird von Tremonia Fechten veranstaltet und von Blackfencer gesponsert.

Schickt eure Anmeldungen mit eurem Namen, ggf. dem Namen eures Vereins und eurem Geburtsdatum an fechtschule@tremonia-fechten.de. Falls ihr versuchen wollt, einen der noch verfügbaren Übernachtungsplätze in der Burg zu bekommen, gebt auch das an. Ihr erfahrt per E-Mail, wohin das Geld überwiesen werden soll.

Dozenten

Katja Poppenhaeger (Medieval Combat Group): Flow drills for fun and profit – Ein Workshop für Langschwert und Messer

Katja PoppenhaegerKatja Poppenhaeger begann ihre HEMA-Leidenschaft 2015 in Boston, wo sie bei der Athena School of Arms ihren erstes Langschwert-Training erhielt. Sie zog später im selben Jahr nach Belfast, und trainiert seitdem bei der Medieval Combat Group Belfast langes Schwert und Messer. 2017 schloss sie erfolgreich ihre HEMA Ireland Instructor-Prüfung im langen Schwert und Messer ab.

In diesem Workshop wird Katja die Teilnehmer an Flow Drills als Trainingstools heranführen. Flow Drills helfen, Techniken im Muskelgedächtnis zu verankern, sich an schnelle Entscheidungen zu gewöhnen, oder einfach nur Spaß zu haben und sich mal richtig auszupowern. Hier wird der Fokus auf Flow Drills für zwei Trainingspartner liegen, angefangen mit sehr einfachen Drills, die dann nach und nach komplexer werden durch zusätzliche eingebaute Techniken. Die Teilnehmer werden zunächst mit dem langen Schwert trainieren; wenn alle sich mit den Drills vertraut gemacht haben, werden dieselben Drills auch mit dem Messer geübt. Die Teilnehmer sollten idealerweise schon etwas Erfahrung mit dem langen Schwert haben; Erfahrung mit dem Messer kann, aber muss nicht sein. Als Quellen werden Ringeck (langes Schwert) und Lecküchner (Messer) verwendet. Katja ist eine zweisprachige Trainerin (Deutsch/Englisch). Der Workshop wird zwar auf Englisch gehalten, aber falls jemand Verständnisschwierigkeiten hat, wird sie Erklärungen auch gerne auf Deutsch liefern.

Reinis Rinka (HEMA Riga): Rapier und Dolch

Reinis RinkaReinis Rinka wird in seinem Workshop venezianisches Rapier und Dolch des 17. Jahrhunderts nach Nicoletto Giganti unterrichten. Zu Gigantis Zeit war der Dolch ein sehr üblicher Begleiter des Rapiers, möglicherweise noch verbreiteter als das Rapier allein.

Der Schwerpunkt dieses Grundlagenworkshops liegt auf der sicheren Verteidigung mit dem Dolch und dem Angriff mit dem Rapier.

Lauren Ireland und Christopher Halpin (York School of Defence): The Inn-Play: or Cornish Hugg Wrestler

Lauren Ireland und Christopher HalpinDas früheste wirklich englische Manuskript zum Ringen wurde 1727 veröffentlicht. In diesem Workshop erforschen wir dieses faszinierende und ein Stück weit eklektische waffenlose Kampfsystem und vertiefen uns in die verschiedenen Würfe, Hebel und bizarren Wege seinen Gegner zu quälen.

Für die Teilnahme werden Abenteuerlust und ein breites Lächeln benötigt. Für die Herren ist ein Tiefschutz ratsam.

Paul Becker (In Motu): Zufechten – Entering a Fight

Paul BeckerZielgruppe: Fechter die mindestens in ihrer Grundlagenausbildung sind und in allen Prinzipal-Häuen und dem Stechen ausgebildet sind, sowie grundlegende Formen des Versetzens erlernt haben und selbständig durchführen können.

Inhalt: Das Zufechten ist der Beginn eines jeden Kampfes und erfordert ein hohes Verständnis in den Bereichen Strategie, Taktik, Tempo, Timing und Fußarbeit. In diesem Kurs möchte ich anhand weniger ausgewählter Übungen diese Faktoren aufzeigen, erläutern und ihre Beziehungen zueinander darstellen. Dazu werde ich einige grundlegende Prinzipien aufzeigen, die wir in verschiedenen Quellen finden.

Wir werden uns dabei über verschiedene Ausbildungsmethoden von VENÜ/4-Phasen-Methode über Lektionen bis hin zu gefechtsnahen Kampfübungen für den Freikampf bewegen, um den bewährten didaktischen Weg vom Einfachen zum Schweren und vom Bekannten zum Unbekannten zu gehen.

Mindestausrüstung: eigener Waffensimulator der jeweiligen Waffgattung (Säbel, Degen, Messer, Stock, Schwert, langes Schwert), Maske mit Hinterkopfschutz, Handschuhe.
Für zunehmend intensive Übungen (Bsp. Lektionen): Fechtjacke 350 N oder mehr, Halsschutz.

Petra Westveer (Zward & Steen): Hengen and Winden – the core of Liechtenauer’s longsword system

Hie merke / das dy winden / ſint dy rechte kunſt / vnd grūtfeſte alles fechtens / des ſŵtes / aus den alle ander gefechte vnd ſtöcke kom̄ē

Nürnberger Hausbuch (MS 3227a), 1389∼1494

Petra WestveerEs ist kein Zufall, dass Zwei Hängen und Winden die letzten Kapitel in jenen Handschriften sind, die das Fechten mit dem langen Schwert nach Liechtenauer beschreiben. Diese Kapitel sind die Zusammenfassung der Prinzipien, die den Kern des gesamten Systems bilden. Alle Stücke, wie sie zuvor beschrieben sind, sind lediglich Beispiele spezieller Situationen, in denen diese Prinzipien in einer bestimmten Weise angewendet werden.

Im Workshop werden wir diesen Ansatz nutzen. Wir werden Lösungen für die Probleme finden, die sich in gegebenen Fechtsituationen stellen, indem wir lediglich in das angemessenste Hängen winden und dies mit einem der drei Wunder kombinieren: Hau, Stich, Schnitt. Wir werden herausfinden, ob diese Lösungen tatsächlich zu den bekannten Stücken führen wie sie in den Manuskripten beschrieben und genannt werden.

Erforderliche Ausrüstung: Für kontrollierte Drills mit Schnitten und Stichen geeignete Schutzausrüstung.
Verpflichtend: Fechtmaske. Empfohlen: Hinterkopfschutz, Halsschutz, Oberkörperschutz (Plastron oder Jacke), leichte Handschuhe, Tiefschutz.
Trainingswaffe: Vorzugsweise eine Feder. Langschwertsimulatoren aus Kunststoff oder Holz sowie stumpfe Stahlschwerter sind in Ordnung, sollten in den Drills aber am besten gegen gleichartige Waffen eingesetzt werden. Bei der Verwendung stumpfer Stahlschwerter wird die empfohlene Ausrüstung (ausgenommen Tiefschutz) verpflichtend.

Roger Norling (Göteborgs Frifäktargille): Halbe Stange nach Joachim Meyer – „dass du ihn in seinen eigenen Stücken fängst“

Roger NorlingDies ist ein sehr reichhaltiger Workshop, der die Kernkomponenten von Haltung, Beinarbeit, Bio- und Waffenmechanik ebenso behandelt wie einige der Techniken aus Joachim Meyers Fechtbuch von 1570. Er versucht eine solide Grundlage zu schaffen, einschließlich dynamischer Übungen für das Timing von Körper und Waffe, so dass der Teilnehmer die Erkundung dieser wundervollen Kunst mit einem guten Verständnis ihrer Komplexität und Breite fortführen kann.

Formell wird kein Vorwissen vorausgesetzt, aber eine Fechtmaske und eine strapazierfähige 180 bis 210 cm lange Stange aus Eichen- oder Eschenholz werden benötigt; Stangen werden in begrenzter Anzahl bereitgestellt. Trinkwasser sollte auch mitgebracht werden.

Hä?

Auch eure bisher unbeantworteten Fragen zur Fechtschule richtet ihr am besten an die Zeremonienmeisterin unter fechtschule@tremonia-fechten.de.