Fechtschule 2019

Tremonia Fechten lädt zur Fechtschule!

Vom 20. bis zum 22. September 2019 findet auf Burg Husen die Fechtschule statt. Wir packen das Wochenende randvoll mit Seminaren rund ums historische Fechten für Interessierte und Könner. Die Registrierung beginnt am 01.02.2019.

Wo?

Burg HusenBurg Husen, Syburger Dorfstraße 135, 44265 Dortmund. φ = 51° 25′ 9″ N, λ = 7° 30′ 22″ E. Auf dem Gelände der Burg kann gezeltet werden. Bei zu schlechtem Wetter finden die Workshops und Turniere in einer Turnhalle statt.

Wann?

Von Freitag, dem 20.09.2019 ab 17 Uhr bis Sonntag, den 22.09.2019.

Wieviel?

Den Preis werden wir rechtzeitig zur Anmeldung (ab 01.02.2019) bekanntgeben.

Was?

Minderjährige ab 16 können nur unter Aufsicht eines Erziehungsberechtigten an der Fechtschule teilnehmen. Die Teilnahme an den Turnieren oder an den Schnitttests ist erst ab 18 Jahren gestattet. Für das Turnier mit Stahlwaffen empfehlen wir Ausrüstung nach unseren Standards. Es gelten unsere Turnierregeln.

Wer?

Die Fechtschule wird von Tremonia Fechten veranstaltet.

Dozenten

Francesca Terminiello (The School of the Sword): Rapier und Dolch

Franzi TerminielloFrancesca Terminiello ist leitende Trainerin am Standort Godalming bei “The School of the Sword” und studiert seit 2010 Bologneser Schwertkampf und Rapier. Sie hat außerdem Interesse an und etwas Erfahrung im Dolchkampf der Renaissance, Bartitsu und Langschwert. Fran hat bei zahlreichen angesehenen Events in Britannien, Kontinentaleuropa und den USA gelehrt und sich bei einer Zahl von internationalen Turnieren platziert bzw. diese gewonnen.
Als Autorin hat Francesca bei verschiedenen Vorlesungen und Autorenconventions inklusive Fantasycon und bei der Wallace Collection zu historischem Fechten und realer Gewalt gelehrt und präsentiert.
Sie war eine Hauptorganisatorin des International Rapier Seminar 2016, hat 2012 die Waterloo Sparring Group mitbegründet, die gruppenübergreifende Sparrings von Clubs quer über den Süden Englands und darüber hinaus ausrichtet, ist Kommiteemitglied für die Wessex League Eventreihe, ist eine Hauptorganisatorin des Albion Cups, veranstaltet die “Spring Sword Workshops” und die “Swords of Winter” Events, organisiert “By the Sword” – ein seit 2017 stattfindendes jährliches Event für Frauen und ist Gründungsmitglied von »Esfinges«, einer weltweiten Organisation für Frauen im historischen Fechten.

Im ersten Teil des Workshops werden wir uns grundlegende Prinzipien für den Umgang mit Schwert und Dolch ansehen, wie sie von Dall’Agocchie dargelegt wurden. Ebenfalls werden wir einige der wichtigsten Huten der Bologneser Schule abdecken.

Im zweiten Teil betrachten wir die Anwendung dieser Prinzipien in Manciolinos »Assalti« oder Situationen in denen diese Prinzipien und Techniken angewandt werden können. Manciolino gibt außerdem sehr klare Ratschläge zur Beinarbeit – sein Hauptprinzip ist es immer aus der Linie zu treten um seinen Gegner zu benachteiligen.

Matthew Malcolm (Medieval Combat Group): Praktische Anwendungen des Nachreisens

Hias MalcolmMatthew Malcolm betreibt historisches Fechten seit 2011 und unterrichtet seit 2012. Sein Interessensgebiet ist das deutsche Langschwert nach Quellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert: insbesondere Sigmund Ringeck und das Nürnberger Hausbuch. Seine Hauptinteressen sind die Lehre und die technische Anwendung.
Er ist der Gründer und Langschwerttrainer der Medieval Combat Group und ein Gründungsmitglied von HEMA Ireland, wo er in den ersten 2 Jahren als Sicherheitsbeauftragter agierte.
Matthew hat beim Féile na Gaiscígh 2014 unterrichtet und Langschwert-Interpretation bei den Mittelalter-Konferenzen Borderlines XIX und XXII an der Queen’s University in Belfast präsentiert. Er hat erfolgreich an nationalen Wettbewerben teilgenommen, wobei er das Halbfinale des Eggleton Cup im FightCamp 2012 und bei SWASH 2013 erreichte und bei drei von vier Veranstaltungen der Irish Historical Fencing League 2016 den ersten Platz belegte.

Meyer über das Nachreisen:
DIß ist ein sonder gut Handtarbeit / und darin wol geübt und das wol weiß zu brauchen / mag billich ein Meister gelobt werden / und helt sich mit dem Nachreisen also / Wann du (so dein gegenfechter entweders mit seinem Wehr zu hoch uber oder undersich / oder zu weit neben aus Hauwet) ihm zur Blösse nacheilest / unnd also sein Hauw zuvolfüren hinderst / welches denn füglich kann und mag gegen die gebraucht werden / so mit ihren häuwen weit schweiffig umb sich fechten /
(Dies ist eine besonders gute Handarbeit und wer darin wohl geübt ist und sie wohl zu gebrauchen weiß, mag zurecht ein Meister genannt werden. Und so verhält es sich mit dem Nachreisen: Wenn du (so dein Gegenfechter entweder mit seiner Wehr zu weit über oder unter sich oder zu weit außen haut) ihm zur Blöße nacheilst und also seinen Hau zu vollführen hinderst, welches dann passend gegen die gebraucht werden kann und mag, die mit ihren Häuen weitschweifig um sich fechten.)

Das Timing variiert aufgrund der Eigenschaften der Fechter, Reaktionszeiten oder anderer Faktoren; doch im Prinzip hat man eine bessere Chance seinen Angriff erfolgreich zu führen, wenn man seinen Gegner überrascht während er etwas anderes tut.

Jan Gosewinkel (Bonner Schule): Doppelschwert – doppelt Spaß

Monjante GosinhoJan Gosewinkel ist leitender Trainer für Montante, sowie Mangual und Doppelschwert bei der Kampfkunstschule „Bonner Schule“.
Jan begann vor 27 Jahren mit dem Kampfkunsttraining in Form des klassischen Jiu-Jitsu, welches er gut 20 Jahre bis zum 2. Dan betrieb. Nach eher kurzen Ausflügen ins Tae Kwon Do und Kung Fu kamen ab etwa 2006/2007 die Historischen Kampfkünste hinzu. In den folgenden Jahren trainierte er unter anderem bei den Vereinen Ars Gladii in Dornbirn, Schwertkampf Osnabrück, Krîfon in Edingen, Schwertfechten Nordhessen und Frequens Motus in Bad Godesberg. Zudem besuchte er HEMA-Gruppen in Schweden, Luxemburg, Spanien, Österreich und ganz Deutschland.
2009 gründete er die Trainingsgruppe für historisches Fechten beim Polizeisportverein Unna und befasste sich zunächst schwerpunktmäßig mit dem langen Schwert, sowie dem „kurzen Schwert zu Kampf“ nach dem Liechtenauer-Kanon, aber auch bereits mit dem iberischen Montante. Seit ca. 2011 liegt hierbei der Hauptschwerpunkt auf dem Montante nach Luis Godinho. Von 2014 bis 2017 war er als Trainer für langes Schwert und Montante in Kassel tätig, wo bei Schwertfechten Nordhessen die erste regelmäßige Montantetrainingsgruppe im deutschsprachigen Raum gegründet wurde. In dieser Zeit übersetzte er auch sämtliche bisher bekannte spanische Quellen zum Montante in die deutsche Sprache. Seit Mitte 2017 ist er bei der Bonner Schule für Kampfkunst als leitender Trainer für Montante, sowie die damit verwandten Nebenthemen Mangual und Doppelschwert zuständig. Seit 2012 gibt Jan Workshops zum Montante und anderen Themen auf HEMA- und Kampfkunstveranstaltungen im In- und Ausland.

Der Workshop befasst sich mit dem spanischen Doppelschwertsystem von Luis Godinho (1599), welches sehr eng mit seiner Lehre zum Montante verwandt ist. Hierbei werden zwei Seitschwerter oder Rapiere verwendet um sich einer Gegnerüberzahl in diversen taktischen Situationen zu erwehren.
Spezifische technische Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Da das Thema jedoch koordinativ sehr anspruchsvoll ist (!), sollten ein ausgeprägtes Körper- und Klingengefühl sowie die Fähigkeit zur Koordination komplexer Bewegungen bereits vorhanden sein.
Benötigte Ausrüstung: zwei (!) Seitschwerter, alternativ Rapiere oder Einhandschwerter bzw. entsprechende Waster. Ersatzweise reichen auch zwei Stöcke mit einer Länge von ca. 1,0…1,1 m absolut aus.

Peter Smallridge (KDF Tonbridge): Grappling und Auerswald

Peter SmallridgeNachdem er damit angefangen hat, Langschwert nach Liechtenauer zu trainieren, begann Peter Smallridge sich ebenfalls in Mixed Martial Arts zu üben, um die oft vernachlässigte Ringen-Distanz eines Schwertkampfs besser zu verstehen.
Er genoss dies und ließ sich ein wenig mitreißen. Sieben Jahre später hat er einen lila Gurt im BJJ, ist Mitglied der Stockkämpfer »Dog Brothers Tribe« und hat Medaillen im Ringen bei vier von fünf Swordfish-Veranstaltungen an denen er teilnahm errungen. Die Ausnahme war, als er selbst das Ringen-Turnier leitete.
Seine Lieblingstechnik um den Gegner zu Boden zu bringen ist das äußere Einhaken. Sein Lieblingsgetränk ist Espresso. Seine größte Angst ist, dass – möglicherweise – Liebe nicht genug ist.

Grundlagen des Grappling
Zuvorderst an diejenigen gerichtet, die über geringe bis gar keine Erfahrung im Ringen verfügen – aber eine Möglichkeit für erfahrenere Ringer um wieder warm zu werden – ist dieser Workshop eine Vorbereitung für alle, die an ihrer Ringkunst arbeiten wollen – sei es für von Auerswald oder andere historische Ringsysteme.
Wir werden die Grundlagen des Ringens ansprechen, was geeignete Übungen um die benötigten physischen Attribute aufzubauen genauso beinhaltet wie technisches Wissen von Fallschule bis zu den Prinzipien von Gleichgewicht und Stand.

Von Auerswald auf Armlänge
Als Einführung in das Ringen werden wir primär mit dem 1539 erschienenen Werk »Ringer kunſt: fünff und achtzig ſtücke« von Fabian von Auerswald arbeiten. Beginnend mit dem »Zufechten« werden wir Strategien für das Anbringen von Griffen und den Umgang mit gegnerischen Griffen erkunden und uns über Armzüge zu Eingängen in Körperhebel, Beinstellen und Takedowns durcharbeiten.
Falls vorhanden bringt bitte Mundschutz, Tiefschutz und Jacke mit. Falls man keine für Grappling geeignete Jacke (entweder Ringen oder Judo/Jiu-Jitsu) hat, kein Problem. Man kann einen Pullover tragen, den man riskieren möchte oder auf Varianten ohne Griff in die Kleidung ausweichen. Falls man letzteren Weg wählt ist von weiten T-Shirts abzuraten.

Hä?

Auch eure bisher unbeantworteten Fragen zur Fechtschule richtet ihr am besten an die Zeremonienmeisterin unter fechtschule@tremonia-fechten.de.